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Willkommen im Übermorgen!

Innovationen überschwemmen uns in immer schnellerer Abfolge. So schnell, dass man als Unternehmer und Manager den Bezug dazu verlieren kann. Welche Veränderung findet statt? Welche wird das eigene Geschäft betreffen? Auf dieser Seite, unserem #Future Blog,  informieren wir kurz über die neuesten Entwicklungen und versuchen zudem, in unregelmäßiger Folge die Auswirkungen dieser Neuheiten einzuordnen.


Regierungskommission legt Ethikkatalog für autonomes Fahren vor

Nach einem der ersten Gesetze zum Autonomen Fahren legt die Bundesregierung jetzt den Abschlussbericht der Ethikkommission automatisiertes und vernetztes Fahren vor.

Mit diesem Thema hat sich die Bundesrepublik, allen Unkenrufen zum Trotz, wieder weltweit an die Spitze der Entwicklung gesetzt. In keinem anderen Land gibt es derzeit solche Bestrebungen, das Auto der Zukunft keinesfalls an gesetzlichen Grundlagen scheitern zu lassen.

Auf gleich 20 Regeln hat sich die Kommission geeinigt, die vom Gesetzgeber nun in geltendes Recht umgesetzt werden können. Die nachfolgende Aufzählung ist verkürzt – den vollständigen Text der Empfehlung kann man hier herunterladen:

  • Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ethisch geboten, wenn die Systeme weniger Unfälle verursachen als menschliche Fahrer (positive Risikobilanz).
  • Sachschaden geht vor Personenschaden: In Gefahrensituationen hat der Schutz menschlichen Lebens immer höchste Priorität.
  • Bei unausweichlichen Unfallsituationen ist jede Qualifizierung von Menschen nach persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, körperliche oder geistige Konstitution) unzulässig.
  • In jeder Fahrsituation muss klar geregelt und erkennbar sein, wer für die Fahraufgabe zuständig ist: Der Mensch oder der Computer.
    Wer fährt, muss dokumentiert und gespeichert werden (u.a. zur Klärung möglicher Haftungsfragen).
  • Der Fahrer muss grundsätzlich selbst über Weitergabe und Verwendung seiner Fahrzeugdaten entscheiden können (Datensouveränität).

 

Meine Anmerkung:

Im Vorfeld der Diskussion um Ethikregeln kursierte in den Talkshows immer gerne das Beispiel der Gefahrensituation, in der ein autonomes Fahrzeug einem Unfall mit Personenschaden nicht ausweichen könne und nun entscheiden müsse, ob eine hochschwangere Frau, eine Kindergartengruppe oder zwei äußerst betagte Senioren zum Opfer des Unfalles werden sollen. Solche Beispiele sind jedoch rein rhetorischer Natur und leisten keine Hilfe in der Diskussion: Welcher Experte oder Firmware-Programmierer könnte denn darauf eine sinnvolle Antwort geben?  Tatsächlich ist die Ethikkommission aber klugerweise auf diese Rhetorik nicht eingestiegen, was meiner Meinung nach richtig ist. Das entsprechende Argument für Talkshows lautet schließlich, dass solche Fangfragen bislang auch nicht zum Prüfungsumfang für Führerscheinbewerber gehörten. Weshalb sollte man diese Frage dann bei autonomen Fahrzeugen als Kriterium einer Existenzberechtigung machen?

HH

 

Quelle (Auch Abbildung):Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2017/084-dobrindt-bericht-der-ethik-kommission.html